Integration statt Fragmentation als Schlüssel zum Erfolg
Der Swiss Medtech Day 2026 greift zentrale Herausforderungen der Branche auf: zunehmender Kostendruck, komplexere Gesundheitssysteme sowie steigende Anforderungen an Innovation, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. Die Branche steht an einem Wendepunkt: weg von fragmentierten Ansätzen hin zu integrierten Lösungen. «Nur wenn Forschung, klinische Praxis und industrielle Entwicklung enger zusammenspielen, kann die Medtech-Branche intelligentere Produkte und bessere Behandlungsergebnisse schaffen», sagt Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech. Der Swiss Medtech Day bringt dafür mit über 800 Teilnehmenden die relevanten Akteure zusammen, darunter die Gastredner Ivan Tornos, Verwaltungsratspräsident, Präsident und CEO von Zimmer Biomet sowie Oliver Bisazza, CEO von MedTechEurope.
Diversifikation als Antwort auf die US-Zölle
Die wirtschafts- und handelspolitischen Herausforderungen mit den beiden wichtigsten Handelspartnern – der EU und den USA – beschäftigen die Schweizer Medtech-Branche zunehmend. Die USA sind nach der EU der zweitwichtigste Absatzmarkt; fast ein Viertel der Exporte geht dorthin. Neben dem starken Franken und dem erschwerten EU-Marktzugang setzen nun auch die US-Zölle die Industrie unter Druck. Viele Unternehmen reagieren darauf mit einer stärkeren Diversifikation ihrer Absatzmärkte und Lieferketten. Andere prüfen Möglichkeiten, Zölle über bestehende Ausnahmeregelungen – etwa durch die Anwendung des Nairobi-Protokolls – zu reduzieren.
Gleichzeitig fordert die Branche innenpolitisch den Abbau von Überregulierung, die Unterstützung der Bilateralen III sowie die Stärkung des Freihandels mit weiteren Weltmärkten. «In der aktuellen Lage braucht es umso mehr Rückenwind von der Politik für den Standort Schweiz und keine zusätzlichen Belastungen für eine Industrie, die ohnehin unter erheblichem Druck steht», sagt Adrian Hunn. Er spielt damit auf die geplante Einführung einer jährlichen Abgabe von 25 Millionen Franken an das Heilmittelinstitut Swissmedic an.
Medartis gewinnt den Swiss Medtech Award 2026
Der Swiss Medtech Award 2026 geht an Medartis. Das Basler Unternehmen setzte sich im Finale gegen die starke Konkurrenz von Positrigo und Symbios durch.
Medartis überzeugt mit hochpräzisen Implantat-Lösungen für die chirurgische Versorgung von Knochenbrüchen und Gelenkersatz. Das Unternehmen verbindet technologische Innovation mit einer konsequenten internationalen Wachstumsstrategie und stärkt damit den Medtech-Standort Schweiz nachhaltig. Heute sind die Medartis Implantate in über 50 Ländern verfügbar und das Basler Unternehmen beschäftigt weltweit 1’400 Mitarbeitende. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aus- und Weiterbildung. Medartis bildet zusammen mit seinem Ärztenetzwerk IBRA weltweit Tausende von Chirurginnen und Chirurgen aus.
Die Jury würdigt insbesondere die Kombination aus Schweizer Ingenieurskunst, klinischer Nähe und langfristigem Unternehmertum. «Für mich steht Medartis exemplarisch dafür, wie ein Schweizer Unternehmen mit einer fokussierten Strategie in einem hochkompetitiven Umfeld neben internationalen Grosskonzernen bestehen kann», sagt Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech.
Matthias Schupp, CEO von Medartis, freut sich über die Auszeichnung: «Dieser Preis ist eine grosse Anerkennung für unsere Teams. Bei Medartis treiben wir Innovationen nicht als Selbstzweck voran. Unser Massstab ist, die Behandlungsergebnisse für Patientinnen und Patienten zu verbessern und die Arbeit von Chirurginnen und Chirurgen zu erleichtern. Die anatomisch geformten Platten und patientenspezifischen Implantate von Medartis basieren auf realen klinischen Bedürfnissen.»
Über den Swiss Medtech Award und den Swiss Medtech Day
Partner des Swiss Medtech Day sind konplan und Ypsomed. Hauptsponsoren des Swiss Medtech Day sind Standortförderung Kanton Bern, Helbling und Salesforce. Der mit CHF 50’000 dotierte – von der Sonova Gruppe und der Straumann Gruppe gesponserte – Preis zeichnet herausragende Leistungen der Schweizer Medizintechnikindustrie aus. Unter dem Vorsitz von Dr. Gery Colombo bewertet die Jury die Kandidaturen nach den Kriterien Patientennutzen, Beitrag zur Gesundheitsversorgung und unternehmerische Leistung. Das Gewinnerteam wird jeweils am Swiss Medtech Day bekannt gegeben.
Swiss Medtech vertritt als Branchenverband der Schweizer Medizintechnik rund 800 Mitglieder. Mit 71’700 Beschäftigten und einem Beitrag von 11,9 Prozent zur positiven Handelsbilanz der Schweiz ist die Medizintechnik eine volkswirtschaftlich bedeutende Branche. Swiss Medtech tritt ein für ein Umfeld, in welchem die Medizintechnik Spitzenleistungen zugunsten einer erstklassigen medizinischen Versorgung erbringen kann.